Die Geschichte unseres Vereins

Die Geschichte des Vereins beginnt mit zwei jungen Griechen, welche im Januar 1988 die Heimat Griechenland verlassen und in unsere Stadt ziehen. Zwei Pontos-Kinder, Ioannis Papadopoulos und Ioannis Paraskeuopoulos, aus dem Dorf Kechrokampos (Tarova) nahe Kavala. Ein von Pontos-Griechen gegründetes Dorf in dem beide aufgewachsen sind und in dem beide mit den Sitten und Bräuchen des Pontos, 24 Jahre lang, erzogen wurden.

Von Anfang an beschäftigt beide die Frage wie man die von ihren, aus der Heimat vertriebenen, Großeltern am Leben erhaltene Pontische Flamme an die Kinder in der Fremde weitergeben soll. An diese Kinder die nicht verstehen konnten was es bedeutet ein Pontos-Grieche zu sein, an diese Kinder die beim Klang der Lyra keine Gänsehaut bekamen, an diese Kinder die jedoch Pontos-Kinder waren und die pontischen Tänze tanzten.

Sie versammeln also die Jugend des Kreises und bilden eine Tanzgruppe. Am 08.08.1988 finden die ersten Tanzproben in der Gaststätte von Babis Gagasidis, dem heutigen Restaurant Akropolis, statt. Herr Gagasidis stellt das Nebenzimmer für einen großen Zeitraum zur Verfügung ohne Geld dafür zu verlangen. Zu Beginn wurde man mit vielen Problemen konfrontiert, doch das Durchhaltevermögen nahm alle Hürden. Die Griechische Gemeinde Herbrechtingens unter dem Vorsitz von Klemis bietet den beiden an im Gebäude der Gemeinde einen festen Sitz zu bekommen. Die beiden nehmen diese Offerte voller Freude an. An Weihnachten desselben Jahres folgte man einem alten griechischen Brauch und ging singend von Haus zu Haus aller Griechen um Geld zu sammeln. Mit diesem Geld plante man die traditionellen Trachten der Pontos-Griechen zu kaufen. Die Griechen griffen tief in ihre Taschen und es sammelten sich 2700,00 DM, die Griechische Gemeinde legte 1000,00 DM drauf und so erwarb man die ersten Trachten. Die Tanzgruppe bekommt einen Namen, DIE ARGONAUTEN. Beim ersten Auftritt in der Oskar Mozer Halle im Februar 1989, an einem griechischen Tanzabend, wird man von der tobenden Menge minutenlang gefeiert. Dieses Ereignis beflügelte die beiden weiterzumachen und noch mehr zu erreichen.

Der nächste Schritt war der Beitritt in den Verband der Griechen aus Pontos. Der Verband steht und kämpft für die Zukunft der Traditionen der Griechen aus Pontos. Ioannis Papadopoulos beschließt also einen Eingetragenen Verein zu gründen und dem Verband beizutreten. Es kam jedoch zum Streit mit der Griechischen Gemeinde, welche nicht einverstanden war mit dem Weg den unser Verein eingeschlagen hat. Der einzige Ausweg aus dieser Situation war eine Volksbefragung, in dem Fall der Griechen. Es kamen nur wenige zur Wahl. Die Griechen entschieden mit 21 zu 20 Stimmen dass unser Verein seinen Weg gehen soll.

So wird am 16.04.1989 der Vorstand gewählt. Der erste Verein der Griechen aus Pontos besteht aus 32 Mitgliedern und 17 Tänzern und Tänzerinnen. Er bekommt den Namen AKRITES und tritt dem Verband der Griechen aus Pontos bei.

Nach dem Beitritt kommen viele Probleme auf den Verein zu. Unterstützung findet er durch die gleichgesinnten Vereine aus Ulm und Schwäbisch Gmünd, welche dem Verein die eigenen Trachten zu Verfügung stellen, was die Lösung eines großen Problems war. Die Griechen des Kreises unterstützen den Verein weiterhin indem sie an allen Veranstaltungen teilnehmen, das führt dazu dass der Verein schließlich eigene Trachten kaufen kann. Die Tanzstunden finden in den Folgejahren in der Lobby der Bibrishalle, in einer Halle der katholischen Kirche und im Jugendhaus statt, wobei die Stadt Herbrechtingen unterstützend tätig war. Jedoch war man auf der Suche nach einem eigenen Vereinsheim. Schließlich war man auch in diesem Versuch erfolgreich und mietete eine von Savvas Panagiotidis angebotene Halle an.

Unser Verein vergisst nicht die Hilfe der Griechischen Gemeinde und revanchiert sich in schweren Zeiten der Gemeinde.

Der Verein kämpfte im Jahr 2001 ums überleben als sich der Vorstand plötzlich nur mit 2 Personen fand. Aber mit der pontischen Überlebenskraft welche uns Auszeichnet und mit doppelter Arbeit wurde auch dieses Hindernis überwunden bis es zu Neuwahlen kam.

Mit der Stärke des Teamgeistes, der Liebe, der Freundschaft, der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses, führt der Weg ständig nach oben und noch weiter. Mit dem unbeugsam arbeitenden Ioannis Papadopoulos als Tanzlehrer (und Präsident in den letzten Jahren), und mit dem Lyra spielenden Musiker Kostas Kentzidis (der 1998 Ioannis Paraskeuopoulos ersetzte da der zurück in die Heimat ging) gingen wir in das Jahr 2004, welches das wichtigste seit der Gründung des Vereins sein sollte.

Der Vorstand des Vereins und der Präsident der Griechischen Gemeinde Herbrechtingens Ioannis Mauridis erkennen den Ernst der Situation des heute und der Zukunft, (z.B. Schließung der Griechischen Gemeinde Heidenheims, der von Griechen gegründete Fußballverein FC MAKEDONIA wird im Laufe der Zeit von den Türken zu 100 % übernommen, Schulische Probleme und mehr) sie sehen die fehlende Unterstützung des Heimatlandes und beschließen so den Bau eines Griechischen Vereinsheims welcher dann allen griechischen Organisationen des Kreises Platz geben soll. Das Ziel soll der Erhalt der Sprache, der Traditionen und auch des kulturellen Erbes sein. So kontaktiert man den amtierenden Bürgermeister der Stadt Herbrechtingen und stellt einen Antrag auf ein Grundstück. Die deutsche Gemeindeführung zeigt sich kooperativ und gewillt zu helfen. Zwei Monate später wird ein 625 m2 großes Grundstück für 20 Jahre und Option auf Verlängerung zur Verfügung gestellt. Währendessen wurde ein Fertigbau Gebäude gefunden welches auf dem Grundstück aufgebaut werden soll. Jetzt müssen die Mitglieder der beiden Vereine eine Entscheidung treffen. Man trifft sich zu einer Hauptversammlung im Vereinsheim der Griechen aus Pontos. Alle sind sich einig dass dieser wichtige Schritt für die Griechen in die Wege geleitet werden muss. Allen ist klar dass es ein großer finanzieller Aufwand sein wird. Es wird vorgeschlagen einen internen Kredit aufzunehmen welcher verlangt dass jedes Mitglied für 1 Jahr monatlich 30 € bezahlen müsste. Die Mitglieder der Griechischen Gemeinde stellen sich quer und verlassen den Saal (im Februar 2006 fällt die Griechische Gemeinde auseinander).

Dann kommt es zur historischen Entscheidung der Mitglieder unseres Vereins. Man entscheidet sich die 30 € für 2 Jahre zu zahlen. Ihnen allein ist es zu verdanken dass der Traum weiterlebte. Mit diesem Geld und einem Kredit über 30.000€ von der Sparkasse wird das große Werk also gestartet. Nach 6 Monaten täglicher und harter Arbeit, oft bei schlechten Wetterverhältnissen, wird das Gebäude aufgebaut. Man begrüßt das Jahr 2005 unter dem süßen Klang der Lyra im neuen, eigenen Vereinsheim.

Abermals zeigen die Pontos-Griechen dass wo auch immer sie hinkommen, nachdem sie von ihrer Heimat vertrieben wurden, sie in der Lage sind durch ihre Schaffenskraft Akzente zu setzten.

Der Verein der Griechen aus Pontos AKRITES ist heute der aktivste griechische Verein des Kreises. Man versprüht den Reichtum der Griechischen Kultur an alle Menschen verschiedenster Nationalitäten, indem man die Flamme der Pontos-Griechen am leben hält.

Unser Motto ist: DURCH ERLERNEN DES GESTERN, BEREITEN WIR DAS MORGEN VOR. Die folgenden Generationen sollen dem Beispiel derer folgen die den Verein mit Liebe zur Tradition aufblühen ließen.